24.02. - 25.02. Sapa
Morgens um halb sechs ist die Nacht zu Ende und wir erreichen die Endstation Cao Dai. Ab hier geht es mit dem Bus weiter nach Sapa. Wir werden bereits am Bahnhof vom Fahrer erwartet und eine knappe Stunde später haben wir uns Ziel erreicht. Wir werden im Ort an einer Straßenecke abgesetzt und zwei Hmong-Frauen führen uns zu einem Hotel. Wir müssen zum Glück nicht gleich los marschieren, sondern dürfen hier erstmal in Ruhe duschen und bekommen danach noch ein Frühstück. Um 9.00 Uhr trifft dann auch unser Tour-Guide Sungh ein. Sungh ist eine 20jährige Einheimische und wird uns die nächsten 2 Tage durch die Umgebung führen. Wir haben "Moderate Trekking with Homestay" gebucht - heute wandern wir 14 km überwiegend talwärts und übernachten bei einer einheimischen Familie. Als wir loswandern, heften sich sofort vier Hmongs an unsere Fersen - ich frage unsere Führerin, ob es sich um Freunde von ihr handelt, aber sie gibt nur eine ausweichende Antwort ... Wir sind mehrere Stunde unterwegs, es geht meist durch spektakuläre Landschaften überwiegend bergab und unsere vier Hmongs folgen uns auf Schritt und Tritt. In einer Hütte machen wir Mittagspause und Sungh höchstpersönlich brät uns Nudeln mit Gemüse. Die Hmongs wollen uns nun allerhand Kunsthandwerk verkaufen, das wir aber nicht gebrauchen können - als wir nichts kaufen und ihnen sagen, daß wir auch später garantiert nichts kaufen werden, ist das aber nicht schlimm, man folgt uns trotzdem bis zu unserem Schlafplatz ...

















Das "Homestay" ist ein großes Holzhaus mit einem Blechdach, unten wird gekocht und gelebt, auf dem Dachboden gibt es ein großes Matratzenlager inkl. Moskitonetzen für die Gäste. Wir machen einen kurzen Spaziergang durchs Dorf und sehen uns beim Bier den Sonnenuntergang in einem kleinen Restaurant an. Als wir zurückkommen, wird bereits auf einem Holzfeuer in einem großen Wok das Abendessen gekocht. Wir setzen uns dazu und beobachten die Köchin bei der Arbeit: Es gibt Fritten mit Knoblauch, Tofu, Kohl, Brokkoli, Huhn, Rind und Schweinefleisch und natürlich Reis. Nach diesem fürstlichen Mahl packt die Gastgeberin den selbst gebrannten Reiswein aus und beginnt Anekdoten zu erzählen... Wir müssen einige Gläschen Reiswein trinken, der mitnichten ein "Wein" ist, sondern mit 40 % eher mit Vodka zu vergleichen ist ... Der Schlaf in der Nacht dann entsprechend fest.
Am nächsten Morgen werden uns dann sehr leckere Pfannkuchen gebraten, die wir alle zusammen mit Ananas, Banane und Honig verdrücken. Heute ist die Strecke nicht so lang, dafür geht es die meiste Zeit durch Bambuswälder und Reisterrassen bergauf. Gegen Mittag werden wir dann mit dem Bus wieder nach Sapa gefahren und essen im Hotel des Ankunftstages. Die eigentlich geplante Fahrt zum großen Silverwaterfall muß wegen Wassermangel in der Trockenzeit leider entfallen, stattdessen besichtigen wir das Dorf des Cat Cat-Stammes, unterhalb von Sapa gelegen. Hier ist es allerdings sehr touristisch, eher eine Ansammlung von Andenkenläden. Weitaus interessanter dagegen der Besuch bei Sungh's Eltern, die in einer sehr einfachen Bretterhütte in der Nähe leben. Selbstverständlich bekommen wir sofort am helllichten Nachmittag einen Reisschnaps serviert. Hier gibt es außer Strom keinerlei Luxus, nur eine Feuerstelle und eine schmutzige Matratze und im Winter wird es hier sicherlich sehr kalt ...
Kurz vor Sonnenuntergang werden wir mit einem Kleinbus wieder zurück nach Cao Dai gefahren, wir essen in Bahnhofsnähe noch schnell zu Abend und fahren im "Deluxe"-Nachtzug wieder zurück in die Hauptstadt.